Presseschau

12. Januar 2011

Wie modern ist konservativ?

Rheinische Post

12. Januar 2011 – Der Mainzer Historiker Andreas Rödder bezeichnete in der Katholischen Akademie in Bayern den Konservatismus als klassische Denkform der Moderne, die in den Traditionen des gesamten christlich-abendländischen Denkens wurzele. Das Grundproblem des Konservativen bleibt: Wie hält er es mit der Veränderung? Diese rundweg abzulehnen, ein Plädoyer, alles zu lassen, wie es ist, gar wiederherzustellen, wie es früher einmal war – das ist laut Rödder keine konservative Haltung, bestenfalls traditionalistisch, im ärgsten Fall werde die Schwelle zum Reaktionären überschritten.
Der Historiker erinnerte an Edmund Burkes Reflexionen über die Französische Revolution und führte aus: Nicht um die Betonierung des Status vor der Revolution ging es Burke. Konservativ zu sein, heiße stets, das Bestehende behutsam verbessern zu wollen. Nur so lasse es sich bewahren. Reinhold Michels

Straubinger Tagblatt
15. Dezember 2010 – Konservatives Denken richte sich gegen alle Entwürfe eines „neuen Menschen“ und eines idealen Endzustands, erläuterte Andreas Rödder. Im 20. Jahrhundert sei die Stoßrichtung des Konservatismus gegen die Rassenlehre des Nationalsozialismus und die Klassenlehre des Kommunismus gerichtet gewesen. Heute beziehe der Konservatismus Position gegen eine Gentechnik die einen „neuen Menschen“ durch Eingriffe in das Erbgut verspreche. Gerade der Konservative wisse, was man ungern höre: „Was heute richtig erscheint, kann sich morgen in das Gegenteil verkehrt haben.“ Ralf Müller

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