Presseschau

12. September 2014

Werner Bergengruen und die Behauptung der Poesie

Die Tagespost

16. September 2014 – Der in Riga geborene Deutschbalte Werner Bergengruen (1892–1964) war einer der großen deutschen Erfolgsautoren der dreißiger bis sechziger Jahres des zwanzigsten Jahrhunderts. (…)

Albert von Schirnding, Direktor der Abteilung Literatur bei der Bayerischen Akademie der Schönen Künster, mit Bergengruen persönlich bekannt seit einer Dichterlesung in seinem Regensburger Elternhaus, trug ausgewählte Gedichte von Bergengruen vor. Schirnding hat in einem Nachwort zu Bergengruens „Leben eines Mannes“ (1982)  auf die Kritik Adornos an dem Titel der umfangreichen Gedichtsammlung „Die heile Welt“ (1950) hingewiesen. Adorno griff die Dichtung Bergengruens in seinem Essay „Jargon der Eigentlichkeit“ im Sinne seines Verdikts „… nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch“ heftig an. (…)

Einen kompetenten Überblick durch das lyrische Werk hat der Religionspädagoge Otto Betz vorgetragen. Betz nennt es erstaunlich, dass sich „in seinem Werk nie ein depressiver Zug findet (…)“. Bergengruen habe stets „für alles Dunkle in der Welt einen Blick, er benennt das Boshafte und Schreckliche, aber er denunziert die Schöpfung nicht“.

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