Presseschau

29. November 2016

Verlorenes Paradies?

KNA
28. November 2016 – Mit päpstlichen Rundschreiben habe er immer so sein Problem gehabt – das gibt der emeritierte Bischof Erwin Kräutler zu. Nur bei der 2015 veröffentlichten Enzyklika „Laudato sí“ sei das anders gewesen. „Bitte lesen und meditieren“, rät der aus dem österreichischen Vorarlberg stammende Bischof, der von 1981 bis 2015 mit Xingu im Norden Brasiliens eine der flächenmäßig größten Diözesen leitete. Denn es gehe darum, diese Botschaft von Papst Franziskus um das bedrohte gemeinsame Haus nicht nur ernst zu nehmen, sondern umzusetzen. „Verlorenes Paradies?“ lautete das Thema am 25. November 2016 in München. Die Katholische Akademie in Bayern hatte mit Adveniat eingeladen, um über die bedrohte Schöpfung und die bedrohten Völker im Amazonasraum zu informieren. (…) Der Klimawandel, die rücksichtslose Ausbeutung von Rohstoffen, Wasserkraftwerke sowie gigantische Soja-, Zuckerrohr- und Palmölplantagen zerstören die Lebenswelt der Indigenen in diesem Gebiet zunehmend. Die Ortskirchen der neun Amazonas-Staaten setzen sich seit langem mit vielen Initiativen gegen diese Zerstörung ein. Sollte das Abholzen des tropischen Regenwaldes weitergehen, sind die Folgen auch in Europa zu spüren. Die Luft wird deutlich schlechter werden. (…) „Macht Euch die Erde untertan“ habe lange als Losung gegolten, die von den Menschen missbraucht worden sei, um die Natur zu vergewaltigen, so Kräutler. Der Herr habe aber auch den Auftrag des „Hegen und Pflegens“ erteilt. Deshalb gelte es, den Fuß auf die Erde zu setzen und verantwortlich mit ihr umzugehen. Es handle sich eben nicht nur um die „Umwelt“, sondern letztlich um eine „Mitwelt“, für die sich jeder verantwortlich fühlen müsse. Barbara Just

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