Presseschau

28. März 2015

Teresa von Ávila

Donaukurier

28./29. März 2015 – Teresa (…) eine Frau von Liebenswürdigkeit und Schönheit, die vielen, die ihr begegneten, den Kopf verdrehte – in der Kunst festgehalten haben dies Peter Paul Rubens und Giovanni Lorenzo Bernini. Andere jedoch nannten sie ein „herumstreunendes, ungehorsames, halsstarriges Weib“, das aufbegehrte in einer starren Männergesellschaft. Auf Reisen quer durch Spanien verwandelt sie den Planwagen zu einer „ambulanten Klausur mit Gebetszeiten“. Dies alles geschah in Zeiten des Umbruchs: Von Spanien aus wird damals die Neue Welt entdeckt und werden die dort lebenden Indios missioniert; unter den Theologen der Inquisition wachsen die Vorbehalte gegen das „innere Gebet“ der Frauen und die Ängste gegenüber einem deutschen Protestantismus. Dabei lassen sich beide, „Teresa und Luther, als große ‚Gottesfreunde‘ verstehen“, betont Mariano Delgado, Direktor des Instituts für den interreligiösen Dialog an der Universität Fribourg. „Beide klagen ein Christentum ein, das durchaus alle Christen verbinden könnte“, so Delgado, denn beide verbinde das Unbehagen an der spätmittelalterlichen Leistungs- und Ablass-Frömmigkeit.
Verbergen musste Teresa stets ihre jüdischen Wurzeln, analysierte Pater Ulrich Dobhan als Provinzial der deutschen Karmeliten und Herausgeber der neu übersetzten Gesamtausgabe. Teresas Großvater war ein sephardischer Jude, der zum Christentum konvertierte, den Wohnsitz wechselte, sich einen Adelsbrief erwarb und Ländereien kaufte. Annette Krauß

zurück