Presseschau

23. Mai 2013

Stammzellen. Perspektiven in Forschung, Therapie und Ethik

Süddeutsche Zeitung

23. Mai 2013 – Aus der aufgeregten öffentlichen Diskussion waren Stammzellen weitestgehend verschwunden, bis in der vergangenen Woche Wissenschaftler aus den USA mit ihren Klonversuchen erneut harsche Kritik hervorriefen. Erinnerungen wurden wach an den Graben zwischen Befürwortern der Forschung mit embryonalen Stammzellen und ihren Gegnern. Die Auseinandersetzung wurde stets mit harten Bandagen geführt. Von 'Stammzellenkriegen' hatten die Zeitungen geschrieben, erinnerte der Stammzellenforscher Hans Schöler vom Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster während eines Gesundheitsforums zum Thema Stammzellen in München, das gemeinsam von der Katholischen Akademie Bayern, dem Institut Français, der Universität München, der TU München, dem Bayrisch-Französischen Hochschulzentrum und der Süddeutschen Zeitung ausgerichtet wurde. 'Die embryonalen Stammzellen haben die Phantasie der Naturwissenschaftler angeregt, aber auch die Phantasie der Bevölkerung', sagte Schöler.


Schließlich können aus embryonalen Stammzellen alle möglichen Gewebe des Körpers gezüchtet werden: Muskel-, Nerven- oder Leberzellen zum Beispiel; die Gewebe könnten also womöglich als Ersatz bei so schweren Krankheiten wie Parkinson, Multipler Sklerose, Herzinfarkt, Diabetes und vielen anderen zur Verfügung stehen. Gleichwohl gab es in den ersten Jahren der Forschung nur einen Weg, solche vielseitigen Stammzellen zu gewinnen: Man musste sie aus menschlichen Embryonen ableiten. Denn die adulten Stammzellen aus dem Körper von Erwachsenen sind längst nicht so vielseitig wie ihre embryonalen Vettern. Christina Berndt

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