Presseschau

18. März 2015

Satire und Religion

Katholische Nachrichtenagentur

18. März 2015 – Satire darf laut Kurt Tucholsky alles. Doch „alles“-Sätze stimmten selten, so Bruno Jonas. Er halte es mit Friedrich Schiller. Denn dieser plädiere für ein poetisches Spiel, eine Art „Mensch ärgere die nicht“. Dabei gingen Satiriker davon aus, dass alle die Regeln beherrschen. Angegriffene sollten cool reagieren denn als oberste Maxime gelte: „Nicht ernst nehmen!“ Doch Gläubige, gleich welcher Religion, die den Kernbestand ihres Glaubens satirisch infrage gestellt sähen, gerieten in eine missliche Lage. Lachen sei Ihnen nicht möglich, weil ihr Identitätsverständnis aufgespießt werde. Glaubensinhalte entzögen sich deshalb der Debatte, meinte der Kabarettist. Barbara Just

Donaukurier
18. März 2015 – Dass der Kern des Glaubens nicht angegriffen werden sollte da stimmt der Zeitungsredakteur Matthias Drobinski dem Kabarettisten zu. Drobinski betont aber zugleich, den Wert von Presse- und Meinungsfreiheit. Schmerzfrei gehe Satire ohnehin nicht ab. „Satire, Ironie hat immer auch eine abgründige Seite.“ Da sei Humor wichtig und Abstandsbewusstsein. (…)
„Der Kirche täte es gut, wenn sie mehr Humor und Satire vertragen würde“, ist auch der Karikaturist Gerhard Mester überzeugt. „Doch Humor ist im Christentum wenig verbreitet.“ Für ihn ist „Humor weniger das Lachen als die Distanz.“ Über seine meist scharfen politischen Karikaturen sagte er dann auch: „Meine Zeichnungen sind häufig nicht zum Lachen.“ Er pocht auf den realen Hintergrund der Satire. Angela Wermter

 

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