Presseschau

24. Mai 2011

Privatheitsschutz im Internet

Münchner Kirchenzeitung

5. Juni 2011 – So viele junge Gesichter hat die Katholische Akademie selten gesehen. Auf die Frage, wer bei Facebook sei, gingen dann auch fast alle Hände im Saal hoch. Gemeinsam mit der Landeszentrale für neue Medien ging die Akademie der Frage nach, ob der Schutz der Privatsphäre im Internet gewährleistet ist.
Ulrike Wagner vom Institut für Medienpädagogik in München nahm den Blickwinkel der Jugendlichen ein. Sie suchen nach sozialer Zugehörigkeit und selbstbestimmten Freiräumen. Online-Netzwerke dienten ihnen zur Fortsetzung von „Offline-Kontakten“, zum inhaltlichen Austausch oder aber zur Identitätsfindung. Einerseits gebe es eine Erwartungs-, andererseits eine Kontrollspirale unter den Teilnehmern, dabei werde das Recht auf Privatheit zur Verhandlungssache.
Einen ganz anderen Ansatz wählte Marie-Theres Tinnefeld. Die Professorin für Datenschutzrecht rückte das Recht auf Privatheit nah an die unantastbare Menschenwürde. Während der Schutz räumlicher Privatsphäre in allen zivilisierten Kulturen anerkannt werde, entgrenze das Cyberspace nahezu alles, wobei es gleichzeitig viele Erwartungen nicht erfülle. Ein ausgewogenes Verhältnis von Nähe und Distanz als Voraussetzung gelungener Beziehungen etwa sei kaum mehr möglich. Johannes Schießl

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