Presseschau

29. November 2016

Plötzlicher Tod

Deutschlandfunk
25. November 2016 – Der Sechsjährige ist mit dem Fahrrad unterwegs (…) und übersieht die Straßenbahn. Der Junge stirbt bei dem Unfall. „Mir ist aufgefallen, dass neben der Szene eine Frau stand mit schweren Einkaufstüten in der Hand. Und dann stellte sich raus, dass es die Mutter war.“ (…) Das war ein Schlüsselerlebnis für Müller-Cyran, und so gründete der Notfallseelsorger und katholische Diakon im Jahr 1994 in München das weltweit erste Kriseninterventionsteam. Die ehrenamtlichen Notfallhelfer kümmern sich gezielt um die Hinterbliebenen, wenn jemand plötzlich stirbt. Am häufigsten geschieht das durch Herzinfarkt, Unfall oder Suizid. (…) Regelmäßig mit dem plötzlichen Tod konfrontiert sind Notärzte. Wenn ein Mensch stirbt, gilt das vielen als Niederlage der Medizin. Kommt ein Notarzt zu einem Schwerkranken oder Schwerverletzten, orientiert er sich zunächst an einem klar strukturierten Einsatzplan, sagt Stephan Prückner, Direktor des Instituts für Notfallmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München. Aber der Tod durchkreuzt alle Pläne, jede noch so gute Struktur. (…) Trotz aller Fortschritte in der Notfallmedizin, der plötzliche Tod lässt sich nicht immer verhindern. Kann man sich vorbereiten – darauf, dass die Partnerin, der beste Freund, das eigene Kind völlig unerwartet sterben könnten? Ein solch existenzielles Ereignis liege immer quer, sagt Notfallseelsorger Andreas Müller-Cyran: „Der plötzliche Tod ist etwas, was wir in unserer Gesellschaft trotz aller Bemühungen niemals werden abschaffen können. Es bleibt ein Lernort von Ohnmacht und Hilflosigkeit. Ich denke, es ist mehr eine Frage der Haltung, dass der plötzliche Tod eine Lebensmöglichkeit leider ist und bleibt.“ Burkhard Schäfers

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