Presseschau

12. Oktober 2011

Philosophische Woche: Religion in pluraler Gesellschaft

 Salzburger Nachrichten

18. Oktober 2011 – Jetzt steht die Gratwanderung im Verhältnis von Staat und Religionen, die Mitte zwischen Gottesstaat und Laizismus, wieder auf der Agenda.

Udo di Fabio, Rechtswissenschaftler an der Universität Bonn und Richter am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, ist dazu ein prominenter Vordenker. Bei einer Studientagung der Katholischen Akademie in Bayern über „Religion in der pluralen Gesellschaft“ plädierte er für eine „wohlwollende Neutralität“ des Staates gegenüber Religionen. Vollständige Einheit oder völlige Beziehungslosigkeit seien theoretische Grenzfälle, weil keine weltliche Herrschaft ohne transzendenten Bezug auskomme und keine Religion mit welterklärendem Charakter von politischer Herrschaft ganz unberührt bleibe. Josef Bruckmoser

 

Religion ist wieder im Disput, vor allem in Hinblick auf eine Gesellschaft, die als plural oder pluralistisch bezeichnet wird. Und da beginnt es zu haken. Denn Pluralität meint die vorhandene Vielfalt, Pluralismus hingegen mit der Endung -ismus „nichts anderes als …“. Das heißt, aus dem gesellschaftlichen Gefüge wird ein Aspekt herausgelöst und absolut gesetzt. Das trifft auch zu, wenn von „Religion in pluraler Gesellschaft“ die Rede ist, wie in der Katholischen Akademie in Bayern. […]

Der Münchner Jesuit und Religionsphilosoph Johannes Herzgsell zeigte das Problem der einander widersprechenden Wahrheitsansprüche der Religionen auf, auch der nicht christlichen, die die letzte Wirklichkeit betreffen. […] Den Religionen ist die letzte Wirklichkeit nicht zugänglich, Menschen und Religionen haben es nur mit bestimmten kulturell geprägte Erfahrungen mit der letzten Wirklichkeit zu tun. Franz Mayrhofer

 

Die Tagespost

22. Oktober 2011 – Religionen und demokratischer, säkularer Rechtsstaat – nicht nur für Laizisten schein dies eine Verbindung von Feuer und Wasser zu sein. Forderungen breiter Kreise nach einer Entflechtung von Kirche und Staat in Deutschland sind insbesondere im Vorfeld des Papstbesuches im September laut geworden. […] Aber auch der Islam steht an anderer Stelle unter Verdacht. Nicht wenige sehen in seinen Normen- und Rechtssystem, der Scharia, eine Bedrohung für die westlichen Demokratien. Islam und demokratischer Rechtsstaat passt für sie nicht zusammen.

Dass dies nicht zutrifft, glaubt Matthias Rohe. „Der Islam steht nicht im strukturellen Gegensatz zum säkularen demokratischen Rechtsstaat“, sagte der Professor für bürgerliches Recht an der Universität Erlangen-Nürnberg im Rahmen einer Tagung an der Katholischen Akademie in München.

 

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

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