Presseschau

09. Februar 2011

Peter Löscher

Süddeutsche Zeitung

11. Februar 2011 - Peter Löscher hatte schon eine ganze Weile seinen Konzern in strahlendes Licht rücken dürfen am Mittwochabend in der Katholischen Akademie. "Welche Werte schaffen Wert?" hatte er seinen Vortrag beim Fachforum Sozialethik getauft. Da ließ sich trefflich das Mantra vom grünen, verantwortungsbewussten Konzern ausbreiten. Doch plötzlich versuchte jemand, wenigstens einen kleinen Schatten auf das Vorzeigeunternehmen zu werfen. Ob es nicht ehrlich wäre, angesichts der ungeheueren Korruptionsaffäre bei Siemens auch ein paar Fehler einzuräumen, fragte Margarete Bause, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag.

Da war Löscher erstmal konsterniert. Konnte es sein, dass Bause nicht mitbekommen hatte, wer nach dem Skandal aufgeräumt hatte? (...) Wie gut, dass jemand im Publikum saß, der Löscher eine Steilvorlage für die angemessene Replik lieferte: Theo Waigel. Der Ex-Finanzminister, der als "Compliance-Monitor" heute aufpasst, dass bei Siemens nicht wieder geschmiert wird, zitierte Löschers Satz, nur sauberes Geschäft sei Siemens-Geschäft. Und die Geldbuße, die Siemens zahlen musste, habe schließlich fast 400 Millionen Euro in den bayerischen Staatshaushalt gespült (...). Martin Heese

 

Münchner Merkur

11. Februar 2011- Peter Löscher ist eigentlich nicht schnell aus der Ruhe zu bringen. Doch jetzt wird er lauter. "Wo arbeiten Sie?", will der Siemens-Chef von der Fragestellerin wissen und schiebt noch bevor die sichtlich verdutzte Dame antworten kann nach: "Sie haben doch sicher in den vergangenen drei Jahren Zeitung gelesen." Löschers Stimme klingt jetzt scharf. "Im Bayerischen Landtag", antwortet die Dame mit der auffälligen roten Mähne. "Ich bin die Fraktionschefin der Grünen."

Die Frau, die Löscher am Mittwochabend in der Katholischen Akademie nicht erkannt und die ihn aus der normalerweise gut kontrollierten Reserve gelockt hat, ist Margarete Bause. Warum Löscher nicht stärker auf die Schmiergeldaffäre bei seinem Konzern eingegangen sei, wollte Bause wissen. Ob es nicht unehrlich sei, über Werte in Unternehmen zu referieren und den Korruptionsskandal kaum zu erwähnen.

Unehrlichkeit müsse er sich nun wirklich nicht vorwerfen lassen, findet Löscher. Er sei davon ausgegangen, dass die Anwesenden über den Schmiergeldskandal bereits informiert seien." Am Ende des Tages war das kein Thema der Unternehmenskultur, sondern der Führungskultur", sagt Löscher. Philipp Vetter

Münchner Kirchenzeitung

26. Februar 2011 - Löscher stellte mit der Überzeugung eines Predigers - die Zeiten beim US-Konzern General Electric mögen prägend gewesen sein - die neue Firmenphilosophie vor. Angesichts einer weiter wachsenden Bevölkerung ist für ihn nachhaltiges Handeln eine der Hauptmaximen. Dazu kommt der verantwortliche Umgang mit den Ressourcen, den sich neben der Wirtschaft auch Politik und Gesellschaft zu Herzen nehmen sollten. Im Klimawandel und in der Vorausschau, dass im Jahr 2050 bis zu 70 Prozent der Menschen in Städten leben werden, sieht Löscher vor allem die Umwelttechnik gefragt. Die jüngsten glänzenden Unternehmenszahlen scheinen Löscher Recht zu geben. Dabei setzt er auch auf die gut 165-jährige Geschichte seines Unternehmens. Schon Firmengründer Werner von Siemens habe betont: "Für den angeblichen Gewinn verkaufe ich die Zukunft nicht." Barbara Just

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