Presseschau

29. Januar 2011

Ordnung und Geschichte Eric Voegelin

Die Tagespost

5. Februar 2011 - "Finden Sie mich wirklich schwierig?", fragt Eric Voegelin seinen neuen Kollegen Hans Maier, dessen Lehrstuhl man in München überhaupt erst geschaffen hatte, weil Voegelin - inzwischen undenkbar - die Lehre ebenso wenig interessierte wie der Rest des akademischen Betriebs. Unter den Kollegen habe Voegelin oft "verwunderte oder empörte Reaktionen" hervorgerufen, erzählte Maier am vergangenen Wochenende in der Katholischen Akademie in Bayern. Seine Vorlesungen und öffentlichen Reden seien ein "intellektuelles Feuerwerk von fast einschüchternder Brillanz und eine Provokation der Andersgläubigen voller Verve und Aggressivität, meist nahe dem Skandal" gewesen. Seit der Flucht vor dem Nationalsozialismus in die Vereinigten Staaten war Voegelin in der Rolle des Außenseiters gestählt. Und blieb es auch, während er von 1958 bis 1969 an der Ludwig-Maximilians-Universität einen politikwissenschaftlichen Lehrstuhl innehatte und das Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaften begründete. Michael Stallknecht

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