Presseschau

07. April 2017

Mossul - christliches Erbe

Münchner Kirchennachrichten
9. April 2017 – Einst war Mossul eine multiethnische und multireligiöse Stadt, in der Araber, Kurden, Assyrer (auch Aramäer und Chaldäer genannt), Turkmenen und Jesiden friedlich zusammenlebten. Und das Christentum dort kann sogar auf eine 1.600 Jahre alte Tradition zurückblicken: Im Land an Euphrat und Tigris liegen Christengemeinden, die bis in die frühchristliche Zeit zurückgehen. Aber die tragischen Ereignisse der vergangenen Jahre bedrohen diese christlichen Gemeinschaften in ihrer Existenz (…) Im Juli 2014 mussten auch die Dominikaner aus dem Land fliehen, in dem sie seit 1856 tätig waren. (…) Der Konvent der Dominikaner hatte auch eine Sammlung wertvoller Handschriften angelegt, die Pater Najeeb Michaeel 2014 in letzter Minute und unter Lebensgefahr vor dem IS in Sicherheit brachte. Aus dem riesigen Konvolut von 10.000 Fotos zeigt nun die Katholische Akademie in München in einer Ausstellung 44 Schwarz-Weiß- und Farbfotos, die den Alltag und die Feste einer alten christlichen Kultur dokumentieren, deren Fortbestand heut akut gefährdet ist. Karl H. Prestele

 

Die Tagespost
1. April 2017 – Wie die Bilder dokumentieren, ist das Christentum im Irak keineswegs ein Import aus dem Westen, sondern stammt im Gegenteil aus apostolischer Zeit und ist in seinen orientalischen Ausprägungen sogar sehr viel älter als das europäische Christentum. Als der Orient noch lange nicht muslimisch war, hat es hier über Jahrhunderte hinweg blühende christliche Gemeinden gegeben – auch die Bilder der Ausstellung zeugen noch davon: Aufnahmen aus den 50er, 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts dokumentieren ein farbenfrohes und traditionsreiches Miteinander der Menschen. Marie-Thérèse Knöbl

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