Presseschau

07. Juli 2011

Mittagsgespräch mit Gianfranco Kardinal Ravasi

Katholische Nachrichtenagentur

12. Juli 2011 – Der Vatikan plant auf der Biennale von Venedig im Jahr 2013 mit einem eigenen Pavillon vertreten zu sein. In dieser Woche habe sich erstmals die dafür verantwortliche Kommission getroffen, sagte der Präsident des Päpstlichen Kulturrats, Kardinal Gianfranco Ravasi. Namen der beteiligten Mitglieder nannte der 68-Jährige nicht, da noch weitere Fachleute einberufen und befragt werden sollen. (…)

Für den Vatikan-Pavillon stünde ein Areal nahe dem deutschen zur Verfügung, erklärte Ravasi. Er selbst würde für den Bau den Entwurf von Mario Botta bevorzugen, eine Art Insel auf der Lagune im kleinen Hafenbecken. Denkbar wäre aber auch ein Vorschlag des spanischen Stararchitekten Santiago Calatrava. Elisabeth Noske

 

Münchner Kirchenzeitung

17. Juli 2011 – Die Arbeit des päpstlichen Kulturrats beschränkt sich allerdings längst nicht nur auf die Kunst. Der Begriff der Kultur habe sich aufs Menschsein insgesamt erweitert. So sei ein wichtiger Aspekt der Dialog mit der Wissenschaft, die man freilich nicht mit Technik gleichsetzen dürfe.

Wichtige Themen der letzten Zeit seien etwa der Kosmos oder die Hirnforschung gewesen. Kardinal Ravasi berichtete von einem Treffen mit der Nasa, bei dem es unter anderem um die Frage gegangen sei, inwiefern man auch heute noch von einem einzigen Universum ausgehen könne. Bei einem Kongress mit Neurologen verschiedener Universitäten habe man das immer noch ungeklärte Problem besprochen, wo denn nun der Übergang von der Nervenzelle zum Gedanken liege. Johannes Schießl

 

Bistumsblatt Passau

24. Juli 2011 – Zu einer Begegnung mit dem Kulturminister des Vatikan, Gianfranco Kardinal Ravasi, hatte die Katholische Akademie nach München eingeladen. Im Gespräch mit Akademiedirektor Dr. Florian Schuller plädierte Kardinal Ravasi für einen offenen Dialog zwischen Kirche und Kunst. Befragt, was denn das jahrhundertealte Bündnis zwischen Kirche und Kunst getrübt habe, bedauerte Ravasi, dass die Kunst vielfach keine Botschaft mehr transportiere und sich nicht mehr dem Ideal der Schönheit verschreiben wolle. Mit dieser Haltung verlasse die Zeitgenössische Kunst den Weg der großen künstlerischen Klassiker, der mittels ihrer Werke dem Betrachter auch stets eine Botschaft vermitteln wollten. Nichtsdestotrotz, so der Kardinal, sei der Austausch mit der zeitgenössischen Kunst ebenso wie jener mit der säkularisierten Welt ein Gebot der Stunde.

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