Presseschau

28. März 2014

Meister Eckhart - interreligiös - Individuelle Mystik und Eckhart heute

Nürnberger Nachrichten

19. April 2014 – Erst jüngst ging in der Katholischen Akademie in Bayern die Meister-Eckhart-Gesellschaft der Frage nach, wie das Denken des größten deutschen Mystikers in anderen Religionen und Kulturen aufgenommen wurde. „Meister Eckhart – interreligiös“ lautete das Thema. Und es war der 88-jährige frühere Leiter des Zen-Zentrums an der Kyotoer Universität, Shizuteru Ueda, der Meister Eckhart auch zum Zen-Meister erklärte. Denn bei dem Dominikanermönch aus dem 13. Jahrhundert drehte sich die Frage nicht um Himmel und Hölle, sondern um den Weg nach Innen, der immer auch nach Außen führt. Meister Eckhart hat Gott im Nichts verortet; und dem absoluten Nichts strebt ja auch der Zen-Buddhismus entgegen.

Warum ist Meister Eckhart immer noch aktuell? Antwort: Weil er undogmatisch gedacht hat und doch tief gläubig war. Seine Predigten wurden noch lange nach seinem Tod im Jahr 1328 kopiert und verteilt. Auch im Nürnberger Dominikanerinnenkloster hütete man seine Texte. Damit eckte er allerdings bei den Kirchenoberen an. Als Mitglied des Dominikanerordens, der die meisten Inquisitionsrichter stellte, wurde gegen ihn selbst ein Verfahren eröffnet. Noch vor dem Urteil starb er in Avignon. Seine Schriften blieben jedoch aktuell.

 

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