Presseschau

16. Januar 2012

Ludwig Windthorst

Katholische Nachrichtenagentur

18. Januar 2012 – Kritik an einem Papst ist nichst Außergewöhnliches, sondern schlichtweg der „Normalfall“. Kein Revoluzzer vertritt 977 diese Auffassung, sondern der Erzbischof von München-Freising, Kardinal Joseph Ratzinger. (…)

Bis heute bleibt Ratzinger auch als Papst Benedikt XVI. dieser Devise Treu, selbst wenn die Kritik hart ist. So schmerzte ihn besonders jener heftige Protest gerade seiner deutschen Landsleute, nachdem die Exkommunikation für vier Bischöfe der umstrittenen Pius-Bruderschaft 2009 zurückgenommen wurde. Grundsätzlich aber ist Papstkritik kein neues Phänomen in den römisch-deutschen oder vatikanisch-deutschen Beziehungen, wie der Bonner Historiker Karl-Joseph Hummel am 16. Januar (…) in der katholischen Akademie sagte. (…)

Mit nationalen und internationalen Interessen hatte auch der Zentrumspolitiker Ludwig Windthorst (1812 bis 1891) zu ringen. Während Papst, Leo XIII. Auf eine strategische Zusammenarbeit mit dem Katholiken-Gegner und Reichskanzler Otto von Bismarck setzte, legte Windhorst Wert auf eine Politik, die unabhängig von irgendwelchen Weisungen aus dem Vatikan oder von den Bischöfen war. Barbara Just

 

Der neue Tag

26. Januar 2012 – Die Kritik am Papst unterteilt Historiker Hummel in drei Varianten. Da sei die vorsichtige Form, in der der Unmut am Umfeld des Kirchenoberhaupts und an seinen Mitarbeitern geübt werde, dann jene am Individuum und dem persönlichen Handeln sowie letztlich die radikale, die auf ein Ende des für überholt gehaltenen Amtes abziele.

Dennoch bleibt die Frage, wie berechtigte Kritik geäußert werden soll. Momentan neigten papstkritische Katholiken ebenso wie die Kirchenhierarchie dazu, etwa mit offenen Briefen einerseits oder vatikanischen Erklärungen andererseits die jeweils eigene Position darzustellen, stellte Hummel fest. Doch eine sich stets erneuernde Kirche, wie sie das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) postuliert, wäre gut beraten, wenn ihr Widerstand „nur den Irrtümern der Moderne gilt und nicht der Moderne selbst“.

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