Presseschau

02. Juli 2015

Laudato si

KNA

02. Juli 2015 – Der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) hat das jüngste Lehrschreiben des Papstes gewürdigt. Mit seiner Umweltenzyklika sei Franziskus „vielen auf die Füße getreten, und die verdienen das auch“, sagte Töpfer am Donnerstag in München. (…) Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, äußerte die Hoffnung, dass die Enzyklika die Ende November beginnende Weltklimakonferenz in Paris positiv beeinflusse. Dies sei von Franziskus beabsichtigt. Die Kommission der EU-Bischofskonferenzen, deren Vorsitzender der Münchner Erzbischof ist, werde zuvor ebenfalls noch eine „starke Stellungnahme“ veröffentlichen, kündigte der Kardinal an. (…)
Marx und Töpfer äußerten sich bei einem Mittagstalk in der Katholischen Akademie in Bayern. Akademiedirektor Florian Schuller sprach sich dabei dafür aus, dass der Papst auch einen Umweltbeauftragten für den Vatikan ernennen sollte. Christoph Renzikowski

Augsburger Allgemeine

03. Juli 2015 – Den Klimawandel gibt’s doch gar nicht. Derartige Kritik an der neuen Enzyklika von Papst Franziskus, in der das Oberhaupt der katholischen Kirche überaus klar die menschliche Verantwortung für Umweltzerstörung und Umweltschutz benennt, hat es durchaus gegeben. Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, und der frühere CDU-Bundesumweltminister Klaus Töpfer sind da aber ganz einer Meinung.
Sie finden: Niemand sonst könnte einen Text vorlegen, der so oft gelesen wird – bis ins letzte Dorf von Afrika. Und: Der Papst beziehe viele Meinungen mit ein – auch die von Nicht-Christen. (…) Marx, Erzbischof von München und Freising, und Töpfer haben sich gestern in der Katholischen Akademie in München zum Gespräch über die Enzyklika „Laudato si“ (Gelobt seist du) getroffen. (…) Zwei Konservative, die stellenweise klingen, als seien sie Mitglieder der Grünen. Er habe sich darüber gefreut, „dass endlich einmal etwas von meiner Kirche geschrieben wird, das von der Wirtschaft so richtig kritisiert wird“, meint Töpfer noch. Wichtig sei für ihn, „dass am Ende nicht nur ein Jammern steht“, sagt Kardinal Marx. „Sondern ein positiver Ausblick auf neue Kriterien für den richtigen Fortschritt.“ Elisa Hipp

Süddeutsche Zeitung

03. Juli 2015 – Papst Franziskus hat es vorgemacht: Mit seiner neuen Enzyklika sei er vielen auf die Füße getreten, lobt Klaus Töpfer, der ehemalige Bundesumweltminister, den Pontifex. „Die verdienen das auch!“ Und dann zeigt er, dass er dafür ebenfalls eine Begabung hat. Töpfer sitzt im Saal der Katholischen Akademie an der Mandlstraße. Mit Erzbischof Reinhard Marx diskutiert er vor etwa 300 Zuhörern über das Rundschreiben des Papstes. Aber viel zu kritisieren haben sie nicht: Wie Franziskus Ökologie und Armut verknüpfe, finden sie „beeindruckend“ (Töpfer) und „einen großen Wurf“ (Marx). Was sie stört, ist dagegen, dass sonst wenig geschehe. (…)
Die Enzyklika sei eine Chance für alle, mehr in Zusammenhängen zu denken, sagt Marx: „Weltweit lesen jetzt Hunderttausende diesen Text!“ Für die Zuhörer klingt das wie ein Appell. Denn tatsächlich bereits gelesen hat die Enzyklika hier kaum jemand. Auf die Frage in den Saal meldet sich ein Dutzend – von 300. Jakob Wetzel

Münchner Kirchennachrichten

12. Juli 2015 – „Um das Gute zu gestalten, muss man auf globaler Ebene eine Rahmenordnung setzen. Wir werden das lernen müssen, mühsam, und ich weiß nicht, unter welchen Schmerzen“, sagte der Erzbischof letzte Woche bei einer Veranstaltung in der Katholischen Akademie in Bayern zur kürzlich veröffentlichten Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus. Marx diskutierte mit dem früheren Bundesumweltminister und Leiter des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, Klaus Töpfer. (…)
„Papst Franziskus ist dagegen, dass alles zu Geld gemacht wird“, betonte der Kardinal. Vielmehr fordere er „eine neue Fortschrittsidee, die nicht auf Kurzfristigkeit und materiellen Gewinn angelegt ist“. Es könne nicht sein, dass lediglich die Kapitalvermehrung den Rhythmus vorgebe. (…) Verglichen mit dem Papst sprächen die Vereinten Nationen „die Sprache von vorgestern“, bemängelte der frühere Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms. Bei den UN-Nachhaltigkeitszielen sei immer noch von mehr Konsum und Wirtschaftswachstum die Rede.

zurück