Presseschau

05. April 2014

Johann Michael Sailer als Brückenbauer

Katholische Nachrichten-Agentur

7. April 2014 – Etwas verloren steht ein alter Steinsockel in einem Park vor dem Regensburger Hauptbahnhof. Auf den Stufen sitzen Jugendliche und trinken ihr Bier. Die Inschrift verweist auf Johann Michael Sailer (1751 bis 1832), doch eine Skulptur sucht man vergeblich. Das Denkmal hat stürmische Zeiten erlebt, im Zweiten Weltkrieg wäre die Bronzefigur sogar beinahe eingeschmolzen worden Solche Hohen und Tiefen hat nicht nur die Statue mitgemacht - sie ziehen sich auch wie ein roter Faden durch das Leben des Kirchenmannes, der von 1829 bis 1832 Bischof von Regensburg war

Auf die Spuren dieses Geistlichen begab sich die Katholische Akademie in Bayern am Samstag in Regensburg. Michael Merten 

 

Staubinger Tagblatt

7. April 2014 – Ihr Symposium im Priesterseminar galt einem Theologen, den viele für einen Visionär hielten und den sein Schiller, König Ludwig I., einen „bayerischen Kirchenvater" nannte. Auch der heutige Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer zählt zu Sailers Bewunderern. 

Seine Gegner diffamierten Sailer hingegen, weil er mit seinen ökumenischen Ansätzen als ketzerisch erschien. Zweimal wurde er als Professor entlassen, einmal eine frühere Berufung zum Bischof verhindert, Sailer sei als durch und durch
spiritueller Mensch an all diesen Widerständen nicht verbittert, sondern gereift, erklärte Voderholzer. Heute werde er dagegen als ein ökumenischer Vordenker bezeichnet.

 

Landshuter Zeitung

12. April 2014 – Sailer, der neben weiteren seinerzeit hochrangigen Gelehrten wie Friedrich Carl von Savigny und Ludwig Feuerbach Professor an der Universität Landshut war, fungierte zuletzt (von 1829 bis 1832) als Bischof in Regensburg (…) Grund genug für seinen Nachfolger Professor Rudolf Voderholzer auf Einladung der Katholischen Akademie in Bayern zusammen mit weiteren namhaften Wissenschaftlern an einen Mann zu erinnern, der als „außergewöhnlich integrative Persönlichkeit“ (Voderholzer) galt, aber auch immer wieder umstritten war und durch Gegenspieler in seiner Laufbahn gehemmt wurde.

Beim Ein-Tages-Symposium im Regensburger Priesterseminar St. Wolfgang wurde eines schnell klar: Wer offenen Sinns wie „Johann Michael Sailer als Brückenbauer“ (so der Titel der Tagung) hin zu nicht-katholischen Nachbarn schaut, konkurrierende Glaubensbekenntnisse ernst nimmt und nach sinnstiftenden Gemeinsamkeiten abklopft, wer – so der Augsburger Domdekan Prälat Bertram Meier in seinen Ausführungen – seine Freunde nach der Person und nicht nach der Konfession aussuchte, der war den Engstirnigen sofort vor die Flinte gelaufen. Christian Muggenthaler

 

Weiß-Blaue Rundschau

Mit einer wissenschaftlichen Tagung der Katholischen Akademie München zum Thema „Johann Michael Sailer als Brückenbauer“ am Samstag, 5. April 2014 im Priesterseminar St. Wolfgang in Regensburg wurde die Wiedererrichtung des Denkmals von Bischof Sailer auf dem Emmeranplatz im Zentrum der Stadt Regensburg inhaltlich vorbreitet. (...)

Bischof Dr. Rudolf Vorderholzer sprach über die Bedeutung Johann Michael Sailers als Priester und Seelsorger, Theologe und Schriftsteller, Inspirator der Bibelbewegung und Pionier der Ökumene, als Brückenbauer für Bayern und Europa und über das Verständnis des Bischofsamts für die heutige Zeit. Dr. Bernhard Stalla

 

Regensburger Bistumsblatt

12. April 2014 – Akademiedirektor Dr. Florian Schüller führte durch die Beitrage und die sich anschließenden Diskussionen. Außer Bischof Rudolf Voderholzer sprachen weitere hochkarätige Referenten: Professor Dr. Konrad Baumgartner, Professor Dr. Eberhard Dunninger, Dr. Bernhard Lubbers sowie der Augsburger Domdekan Prälat Dr. Bertram Meier.

Musikalisch gestaltete der „Neue Kammerchor" der Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik unter der Leitung Kunibert Schäfers das Programm. Abgeschlossen wurde die Tagung durch ein Pontifikalamt in der nach Johann Michael Sailer benannten Kapelle im Südchor des Doms, in der der Bischof seine letzte Ruhestätte gefunden hat.

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