Presseschau

05. Mai 2017

60 Jahre Akademie: Konrad Zdarsa und Stanislaw Tillich

Augsburger Allgemeine
04.05.2017 – Dr. Konrad Zdarsa, Augsburger Bischof, und Stanislaw Tillich, Sachsens Ministerpräsident, kennen das Leben als Katholik in der DDR. Im Nördlinger Pfarrzentrum Sankt Salvator berichteten sie am Mittwochabend im Gespräch mit Monsignore Dr. Florian Schuller teils sehr persönlich über dieses Leben. (…) Schuller sagte, Josef Ratzinger, der spätere Papst Benedikt, habe einmal bei einer Veranstaltung der Katholischen Akademie über die Frage referiert, „warum ich noch in der Kirche bin.“ Zdarsa entgegnete, diese Frage habe er erst im Westen kennengelernt: „Das war für uns keine Frage.“ (…) Auch die Rolle der Kirche in politischen Debatten, speziell im Hinblick auf die AfD, thematisierte Moderator Monsignore Schuller. Bischof Zdarsa sagte, er glaube, dass ein glaubwürdig gelebtes christliches Leben von immenser Sprengkraft sei. „Ich würde mich aber hüten, in ein parteipolitisches Horn zu blasen.“ Er sei weit davon entfernt, die Positionen der AfD zu vertreten. Martina Bachmann

KNA
04.05.2017 – Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat sich gegen eine Ausgrenzung der AfD aus dem politischen Diskurs ausgesprochen. Eine politische Auseinandersetzung lasse sich nicht dadurch führen, „dass man einen beiseiteschiebt“, sagte Tillich am Mittwochabend im bayerischen Nördlingen. „Man kann ihn besser dadurch entwaffnen, indem man ihn in die Diskussion zwingt. (…) Er äußerte sich bei einem Podiumsgespräch mit dem Augsburger Bischof Zdarsa bei einer Jubiläumsveranstaltung zum 60-jährigen Bestehen der Katholischen Akademie in Bayern. Zdarsa betonte, (…) die Kirche müsse sich politisch zu Wort melden, „wenn es um das Gemeinwohl geht“. Er würde sich dabei aber „hüten, in irgendein parteipolitisches Rohr zu blasen“. Christoph Renzikowski

Bistum Augsburg
04.05.2017 – Vor rund 200 Gästen sprachen Bischof Zdarsa und Ministerpräsident Tillich über ihre eigene Glaubensbiografie sowie über die Rolle der Kirche in der Politik und Gesellschaft. Beide sind als Katholiken in der ehemaligen DDR aufgewachsen. Daher wissen sie aus eigener Erfahrung, was Kirche in einem säkularen oder atheistischen Staat bedeutet. Für Ministerpräsident Tillich war es selbstverständlich, katholisch zu bleiben: „Der Glaube gehört zu meinem Leben. Das ist ein Wertekanon, der mich prägt, der mein Handeln bestimmt.“ (…) Im Blick auf heute wies Stanislaw auf die steigende Zahl der Katholiken in Sachsen: (…) Dennoch sei die Kirche aufgefordert, darüber nachzudenken, wie sie attraktiv bleibt, meint der Ministerpräsident: „Die Kirche muss das Gespräch bereithalten. Der Gläubige ist für die Kirchen sozusagen ein Kunde.“ Annette Zoepf

Rieser Nachrichten

05.05.2017 – Die katholische Kirche habe in der DDR kein Nischendasein geführt, betonte der Augsburger Bischof – so habe es in Dresden oder Leipzig Fronleichnamsprozessionen gegeben. Tillich stammt aus einer sorbischen Familie, seine Mutter erzog ihn katholisch, er blieb es. Die Ausübung des Glaubens machte ihm die DDR nicht immer leicht – etwa, als seine beiden Kinder noch zur Schule gingen. Drei Tage unentschuldigtes Fehlen seien damals erlaubt gewesen, danach sei die Versetzung gefährdet gewesen. Doch hohe katholische Feiertage wie Ostermontag, Fronleichnam oder Allerheiligen seien normale Schultage gewesen. Martina Bachmann


SonntagsZeitung Nördlingen

07.05.2017 – Hohen bekam die Stadt Nördlingen am vergangenen Mittwoch, als mit Bischof Dr. Konrad Zdarsa und dem Ministerpräsidenten von Sachsen, Stanislaw Tillich, zwei Ehrengäste in der früheren freien Reichsstadt weilten. Grund des Besuchs war das 60-jährige Jubiläum der Katholischen Akademie in Bayern. Eine Reihe von Gesprächsabenden wird zu dem Jubiläum gerade durchgeführt – darunter eben auch am Mittwoch in Nördlingen im Pfarrsaal von St. Salvator, hier wurde zum Thema „Kirche im säkularisierten Umfeld“ diskutiert. Vor der Jubiläumsveranstaltung hatte die Stadt Nördlingen in Person von Oberbürgermeister Hermann Faul noch in die Bundesstube geladen, wo sich die beiden Ehrengäste ins Goldene Buch der Stadt Nördlingen eintragen durften. Lind

 

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