Presseschau

07. April 2017

60 Jahre Akademie: Friedhelm Hofmann und Markus Lüpertz

Pressestelle Ordinariat Würzburg
5. April 2017 – Kurzweilig und tiefsinnig, bisweilen auch kontrovers: So haben sich am Montagabend, 3. April, der Kunstkenner und promovierte Kunsthistoriker Bischof Dr. Friedhelm Hofmann und der Maler, Grafiker und Bildhauer Professor Markus Lüpertz im Schweinfurter Museum Georg Schäfer über das Thema „Kirche und Kunst“ ausgetauscht. Das von Akademiedirektor Dr. Florian Schuller geleitete Podiumsgespräch war die erste einer Reihe von insgesamt sieben Veranstaltungen der Katholischen Akademie in Bayern aus Anlass des 60. Jubiläums der gemeinsamen Bildungseinrichtung der bayerischen Bistümer. Markus Hauck

KNA
4. April 2017 – „Künstler sind die Augen Gottes in den Menschen“, so definiert Lüpertz seine Zunft. Später dann hält er noch ein flammendes Plädoyer für die Kirche, die mit ihrer kulturellen Potenz überleben werde. Vor allem sie sie für die Menschen nötig, um sich gegen Sekten und andere aggressive Formen der Religion zu behaupten. Hofmann wiederum sieht die Kirche in der Pflicht, den Menschen die Augen für Kunst, für moderne, zu öffnen. (…) Der Maler sei auf der Suche nach Wirklichkeit, nach Transzendenz und nach dem das den Menschen Übersteigende. Aber er wisse, dass er dies nicht erreichen werde. Christian Wölfel


Mainpost
5. April 2017 – In einem sind sie sich von Anfang an einig, der Künstler, der evangelisch erzogen wurde und später zum Katholizismus übertrat, weil er dort seine spirituelle und mystische Heimat fand, und der Priester, der beinahe auf die Kunstakademie gegangen wäre, hätte Kardinal Joseph Frings ihm nicht gesagt, „wir brauchen keine Priester, die malen können, sondern höchstens welche, die was davon verstehen“: Kunst befasst sich mit dem, was unsere physische Wahrnehmung nicht erfasst. Obwohl sich das jeweils unterschiedlich anhört. Der Bischof: „Man kann ruhig vorsichtig damit sein, von der Offenbarung des göttlichen Geheimnisses zu sprechen. Aber die Schöpfung ist ja durchgeistigt von Gott.“ Es bringt nichts, sich über die materiellen Dinge zurückzuziehen, sondern es gehe darum, den großen Atem wahrzunehmen. Der Maler: „Erst über den Künstler begreifen Sie, dass der Sonnenuntergang etwas Mystisches ist.“ Mathias Wiedemann

Die Tagespost
6. April 2017 – In den kirchlichen Raum gehört alles, was der Verehrung Gottes dient, ist sich Bischof Hofmann sicher. Zwar dürfe auf Glasfenstern auch Böses dargestellt werden, aber nicht zur Verehrung. „Der Künstler muss autonom sein; was er tut, muss in den Verkündigungsauftrag integrierbar sein, sonst muss man Grenzen ziehen.“ Die Verhöhnung Gottes habe in der Kirche keinen Platz, sagte Bischof Hofmann. Für Lüpertz gibt es keine Grenzen für den Künstler, denn wenn der sein Bestes gibt, hat er das Problem mit der Grenze nicht. Blasphemie hält Lüpertz für eine jeweils zeitbedingte Sicht der Dinge. Alexander Riebel

domradio.de

04.04.2017 – Lüpertz, der Künstler, tritt selbstbewusst und provokant auf im Museum Georg Schäfer in Schweinfurt. Zusammen mit dem Würzburger katholischen Bischof Friedhelm Hofmann beschert er so den Zuhörern einen kurzweiligen Montagabend. (…) Es gehe darum, ein inneres Feuer zu haben, berufen zu sein, im Auftrag Gottes in diese Welt hinein zu reden, sagt Hofmann. Eine wichtige Aufgabe, wie Lüpertz erkennen lässt. Und doch begegnen sich der Kirchenmann und der Künstler an diesem Gesprächsabend nicht nur harmonisch – vor allem, wenn es um andere Künstler geht. Lüpertz teil kräftig aus, spottet. Über Georg Baselitz: „Eigentlich ist es scheißegal, was er malt, Hauptsache es steht auf dem Kopf.“


Saale Zeitung

08.04.2017 – Als „Königsdisziplin der Kunst“ bezeichnete Lüpertz die Malerei. Und in diesem Metier arbeite sich jeder an Größen wie Michelangelo oder Rembrandt ab. Deswegen kämen auf ein Bild, das ausgestellt werde, zehn, die aus ganz unterschiedlichen Gründen nichts geworden seien. Wobei auch dann noch viel im Auge des Betrachters liege. „Wenn mir bei einer Ausstellung jemand sagt, ihm gefalle alles, werde ich nervös“, betonte Lüpertz. „Man lobt nur, wenn man jemand zum Schweigen bringen will.“

Würzburger Katholisches Sonntagsblatt

16.04.2017 – Für Lüpertz ist das Künstlerdasein eine „quälende innere Suche nach Vollendung“. Seinesgleichen würde dem Menschen die Welt, das „Mysterium des Gegenstandes“ erklären, ihn sinnlich nachvollziehen lassen. „Alles, was wir wissen, wissen wir durch die Künstler.“ Der Bischof betont das Transzendente. Kunst könne die Seele der Dinge erwachen lassen. „In einem Kunstwerk ist immer mehr, als ein Künstler hineingesteckt hat.“ Steffen Standke

Nürnberger Zeitung
5. April 2017 – Dafür brauche es eben diesen Glauben, ein Genie zu sein, dieses immense Selbstbewusstsein des Künstlers, so Lüpertz. „Wenn er malt, glaubt er es.“ Der Bischof erinnerte an diesem Punkt an seine Jugend, als in der Volksmission ein Pater danach fragte, wer sich für heilig halte. „In diesem Moment zeigte kein Mensch auf, aber innerlich dachte ich: Schön wäre es.“

zurück