Presseschau

20. September 2012

50 Jahre Kardinal-Wendel-Haus

Vier Männer rahmen die vor dem Haupteingang der Akademie stehende Granitsäule mit der Büste Kardinal Wendels ein, die anlässlich des 50-jährigen bestehens des Kardinal Wendel Hauses kurz zuvor enthüllt wurde: Professor Hans Maier und Friedrich Koller steh
Nach der Enthüllung einer Büste Kardinal Wendels anlässlich des 50-jährigen bestehens des Kardinal Wendel Hauses: Professor Hans Maier, Friedrich Koller, Otto Meitinger und Florian Schuller (v.l.n.r.).

Katholische Nachrichtenagentur

19. September 2012 – Für die Katholische Kirche war der 29. September 1962 ein großer Tag: Mitten im Münchner In-Viertel Schwabing fand sich unweit des Englsichen Gartens ein erlauchter Kreis von Prominenz aus Kirche und Staat ein, um das neue Gebäude der Katholsichen Akademie in Bayern einzuweihen. Seit 50 Jahren ist das Kardinal-Wendel-Haus im Freistaat und darüber hinaus einer der wichtigsten Begegnungsorte zwischen Gläubigen, Wissenschaftlern, Kulturschaffenden und Politikern.

Unzählige Debatten über Gott uns die Welt haben seither in dem Gebäude stattgefunden, manchmal gepflegt akademisch, manchmal auch heftig emotional und kontrovers. Ein volles Haus bescherte der Akademie unlängst ein zeitgeschichtliches Thema aus der Nachbarschaft. Weil eine Fliegebombe aus dem Zweiten Weltkrieg gesprengt werden musste, diente der große Tagungssaal Ende August kurzerhand als Notunterkunft für 280 evakuierte Anwohner. Barbara Just

 

Süddeutsche Zeitung

21. September 2012 – Am 11. Oktober 1962 beginnt für die katholische Kirche eine neue Ära: Das Zweite Vatikanische Konzil bringt frischen Wind und Aufbruchstimmung. Zwei Wochen zuvor lässt sich in Schwabing schon erahnen, dass sich die katholische Welt bald dramatisch verändern wird: Am 29. September eröffnet Kardinal Julius Döpfner das neue Gebäude der Katholischen Akademie. „Es gibt keinen Ort in Deutschland, an dem das Konzil so vorausgenommen und vorausgedacht wurde wie das Haus hier in der Mandlstraße“, sagt 50 Jahre später Hans Maier. (…)

 „Fast alle großen Sprecher des späteren Konzils waren zuvor hier bei Tagungen vertreten“, erinnert sich Hans Maier. Das Haus sei eine Keimzelle neuen katholischen Denkens gewesen. (…)

Die Architektur ist geblieben, das Gebäude inzwischen aber an neue, ökologische Anforderungen ausgerichtet worden. Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach, ein Blockheizkraftwerk im Keller, neue Fenster und Dämmung, demnächst auch neue Konferenztechnik im Vortragssaal: Direktor Florian Schuller will aus dem Gebäude ein höchst effizientes und ökologisches Tagungshaus machen. Christian Krügel


Münchner Merkur

21. September 2012 – Wer heute in Tagungspausen durch die Lichtdurchfluteten Gänge und den großen Garten mit dem angrenzenden Schlösschen Suresnes wandelt, mag ein wenig das Flair einer antiken Philosophiestätte spüren.

Verwirklicht hat dies der Augsburger Architekt Thomas Wechs. (…) Dass Wechs die Feier zum 50-jährigen Bestehen seines Hauses nicht mehr miterleben durfte, warf einen Schatten auf die gestrige Veranstaltung: Der Architekt starb am Dienstag in seiner Heimatstadt Augsburg.

Sein Werk freilich besteht fort: Heute bietet die Akademie ihren Gästen neben einer weithin gelobten Verpflegung aus eigener Küche 8 Doppel- und 25 Einzelzimmer zum Übernachten sowie verschieden große Tagungsräume. Längst ist die Akademie auch ökologisch rundumerneuert und setzt auf Nachhaltigkeit.

 

Münchner Kirchenzeitung

30. September 2012 – Jetzt grüßt der Namensgeber des Hauses schon am Haupteingang: Zum 50-jährigen bestehen des Kardinal-Wendel-Hauses der Katholischen Akademie in Bayern erhielt die Büste Kardinal Joseph Wendels einen neuen Standort. (…) Die Anfang der 60er Jahre von Theodor Georgii geschaffene Bronzearbeit wird nun in einer neuen Granit-Stele des Bildhauers Friedrich Koller präsentiert. Akademie-Direktor Florian Schuller präsentierte sie im Beisein von Koller sowie Zeitzeugen wie Professor Hans Maier und Architektur-Papst Professor Otto Meitinger. Nur der Architekt des Gebäudes, Thomas Wechs, konnte nicht mehr dabei sein – er war kurz zuvor im Alter von 83 Jahren in seiner Heimatstadt Augsburg verstorben.

(…) Schuller verlas einen Brief, den Wechs am Krankenbett für die Jubiläums-Feier noch diktiert hatte: Darin beschrieb er seinen Grundgedanken, das Gebäude in Anlehnung an den Akademos-Bau im heiligen Hain des alte Athens zu gestalten – mit „niederen Baukörpern, die von durchsichtigen Wandelgängen und Atrien begleitet, den Charakter einer Gartenlandschaft übervoll durchschreiten lassen“. Florian Ertl


Die Tagespost

4. Oktober 2012 – Am Freitag feierte das Kardnial-Wendel-Haus, Sitz der Katholischen Akademie in München, sein 50-jähriges Bestehen. Der Besucher wird jetzt vor dem Haupteingang von Kardinal Wendel begrüßt. (…) Kardinal Wendel hatte Ende November 1960 den Grundstein für den Neubau zwischen dem Englischen Garten und dem Schlösschen Suresnes gelegt. Einen Monat später, am Silvesterabend 1960, verstarb Kardinal Wendel nach der Jahresschlussandacht im Bischöflichen Palais unerwartet an Herzversagen. Eingeweiht wurde die Akademie dann von seinem Nachfolger Kardinal Julius Döpfner am 29. September 1962.

Zum Jubiläum lud die Akademie zu einer Podiumsdiskussion über die vor einem Jahr von Papst Benedikt XVI. im Deutschen Bundestag gehaltene Rede ein. Teilnehmer waren Professor Karsten Fischer, Professor für Politische Theorie am Geschwister-Scholl-Institut der Universität München, Friedo Ricken SJ, Professor für Philosophiegeschichte und Ethik an der ordenseigenen Hochschule für Philosophie in München und Rudolf Streinz, Ordinarius für Öffentliches Recht und Europarecht in München. Michael Karger


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