Presseschau

15. Januar 2014

Glaube und Bildung

Professor Wolfgang M. Heckl, Kardinal Reinhard Marx, Akademiedirektor Dr. Florian Schuller und Professor Klaus Zierer (v.l.n.r.) diskutierten über Glaube und Bildung.
Professor Wolfgang M. Heckl, Kardinal Reinhard Marx, Akademiedirektor Dr. Florian Schuller und Professor Klaus Zierer (v.l.n.r.) diskutierten über Glaube und Bildung.

Süddeutsche Zeitung

17. Januar 2014 – Wolfgang Heckl wollte sich vorbereiten auf diesen Auftritt, aber er hatte nicht viel Zeit. „Und was macht man da? Naja, man googelt eben“, erzählt der Direktor des Deutschen Museums. Er habe also „Glaube und Bildung“ eingetippt. Schließlich war dies das Thema der Forumsveranstaltung in der Katholischen Akademie in Bayern, zu der Heckl eingeladen war. Das Ergebnis, das die Suchmaschine anbot, ließ ihn staunen: „Da kam so gut wie nichts“, berichtet Heckl, als er dann an diesem Abend im voll besetzten Veranstaltungssaal der Akademie sitzt, „außer dem Hinweis auf unsere Veranstaltung hier und einen Arbeitskreis der Deutschen Bischofskonferenz“. Für Heckl, der mit seinem Museum viel beiträgt zur Verbreitung von Bildung, und seine Gesprächspartner ist das symptomatisch: Die Kirche und der von ihr propagierte Glaube seien „in der Bildungsdiskussion unserer Gesellschaft total absent", beklagt Akademieleiter Florian Schuller. (...) Kardinal Reinhard Marx sagt: „Es ärgert mich, dass wir in diesem Schlüsselbereich nicht präsent sind.“ Sebastian Krass

 

Katholische Nachrichten-Agentur

17. Januar 2014 – Drei bis vier Stunden mag sich Jesus einst Zeit genommen haben, um zu den Menschen zu sprechen. Er sei ein Lehrer gewesen, so der Münchner Kardinal Reinhard Marx. Dessen sollte sich ein Priester bewusst sein, auch wenn ihm heute im Durchschnitt etwa zehn Minuten für die sonntägliche Predigt blieben. Marx Credo. „Zum Glauben gehört auch etwas zu wissen. Denn Glaube ist nicht nur ein Gefühlsakt.“

Die Katholische Akademie in Bayern hatte am Mittwochabend in München zum Forum „Glaube und Bildung“ geladen und mehr als 260 Interessierte kamen. Mit Marx diskutierten der Oldenburger Erziehungswissenschaftler Klaus Zierer sowie der Münchner Physiker und Direktor des Deutschen Museums, Wolfgang Heckl. Dass beides zusammengehört, darüber waren sich die drei Katholiken einig (...). Barbara Just

 

Die Tagespost

18. Januar 2014 – Stehen nun Glaube und Bildung miteinander im Dialog, stellt sich schnell heraus, dass sie ein schier unschlagbares Paar sind, eines, in dem der eine gar nicht ohne den anderen kann.

Das geschah unter großem öffentlichem Interesse am Mittwoch in der Katholischen Akademie in München. (...)

Marx betonte, dass Religion nach wie vor vorhanden sei - „Sie ist nicht verschwunden! Auch der Ungläubige beschäftigt sich mit Religion“ – weshalb sie nach wie vor in den Bildungskanon gehöre. „Christlicher Glaube kann seine Möglichkeiten nicht entfalten, wenn er reduziert wird auf eine abstruse Sonderwelt“, sagte Marx.

 

Rheinische Post

20. Januar 2014 – Religion müsse sich dem Forum der Vernunft stellen, sonst, so Marx, könne sie nach einer Aussage von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. pathologisch werden.

Der Erzbischof, der dem Kreis von acht Kardinälen angehört, die Papst Franziskus bei der Leitung der Weltkirche unterstützen und notwendige Reformen in der Weltkirche anstoßen sollen, meinte schmunzelnd auf die Frage von Akademiedirektor Florian Schuller, ob nicht auch das Bildungs- und Fortbildungsinteresse der Priesterschaft steigerungsfähig sei: „Ja, ein Upgrade ist möglich, übrigens auch bei Bischöfen.“ Marx hat auf seinem Nachttisch stets mehrere nichttheologische Bucher zur Abendlektüre deponiert; zurzeit sind das Christopher Clarks Bestseller über den vor 100 Jahren ausgebrochenen Ersten Weltkrieg, Rüdiger Safranskis neues Werk über Goethe und Daniel Kehlmanns Roman „F“. Reinhold Michels

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