Presseschau

04. Februar 2015

Gewalt und Islam

Neuer Tag, Weiden
4. Februar 2015 – Ist der Islam eine gewalttätige Religion? (…) Es sollte kein Abend zur Verdammung des Islam werden, das machte Akademiedirektor Florian Schuller eingangs deutlich – und er wurde es auch nicht. Dazu hätte es seines Hinweises, dass in seinem Haus bereits die Themen „Religion und Gewalt“ sowie „Bibel und Gewalt“ diskutiert worden sind, gar nicht bedurft. Schnell wurde deutlich, dass sich auch in der Bibel, sowohl im Alten, als auch im Neuen Testament, viele Stellen finden, die als Aufruf zu Gewalt und als Rechtfertigung von Gewalt gelesen werden könnten. „Es ist ihnen hoffentlich bewusst, dass die Bibel, wenn sie diese mit dem Koran vergleichen, viel mehr Gewalt-bejahende Stellen aufweist“, sagte Klaus von Stosch am Freitagabend. Alexander Pausch

Katholische Nachrichtenagentur

2. Februar 2015 – „Gewalt und Islam“ lautete das Thema einer Abendveranstaltung der Katholischen Akademie in Bayern (…) – und mehr als 300 Interessierte kamen. Sie wollten hören, wie eine islamische Theologin und Juristin, sowie ein katholischer Professor das Problem sehen. Die aus dem Iran stammende Hamideh Mohagheghi und der Kölner Klaus von Stosch kennen sich. Beide arbeiten am Zentrum für Komparative Theologie und Kulturwissenschaften der Universität Paderborn (…). Was sie heute schon machen, das ist ihre Vision von der Zukunft: Der Koran müsse dringend einer historisch-kritischen Auslegung unterzogen werden. Es dürfe nicht alles wörtlich verstanden, sondern die Texte sollten vor dem zeitlichen und politischen Hintergrund gesehen werden. Für die Bibel wird diese Methode schon lange angewandt. (…)
Die Behauptung „So sagt der Koran“ stimme nicht, so Mohagheghi. Ein Buch könne nicht sprechen, es seien die Menschen, die den Koran zum Sprechen brächten: „Es ist unsere Auslegung.“ Dabei warnte sie davor, Sätze aus dem Zusammenhang zu reißen. Wenn es in einer Sure heiße, „Tötet sie, wo immer ihr sie findet“, dann fehle einfach die Einschränkung im Falle eines Angriffs. Auch vom „heiligen Krieg“ will die Theologin nichts hören. „Heilig“ sei im Islam nur Gott. Barbara Just

Münchner Kirchenzeitung

4. Februar 2015 – Der Koran ist nicht vom Himmel gefallen, wie Hamideh Mohagheghi betonte. Im siebten Jahrhundert sei er auf der arabischen Halbinsel in einer interkulturellen Umgebung entstanden. Mohammed höre die Worte des Engels Gabriel, nehme sie auf und sei überzeugt, dass es sich um das Wort Gottes handle. Aufgeschrieben werde so eine Rede Gottes, „die vermenschlicht wird“. Oftmals ende eine Sure mit den Worten, dass dies ein Zeichen für diejenigen sei, die den Verstand gebrauchten. Der Leser solle also nicht blind alles übernehmen, sondern sich Gedanken machen. (…)
Mit Blick auf den IS hätten jüngst 112 muslimische Gelehrte einen offenen Brief veröffentlicht, erinnerte sich die Muslima. Darin hätten sie den Verantwortlichen des „Islamischen Staats“ deutlich gemacht, dass sie den Koran für ihre Untaten nicht als Rechtfertigung anführen könnten. Er schätze den Text, meinte da der aus dem Libanon stammende Moderator und Islamwissenschaftler Georges Tamer. „Das ist aber nicht genug!“. Sie blieben hinter den Erwartungen zurück. Barbara Just

zurück