Presseschau

21. März 2015

Gesundheit und Geld

Süddeutsche Zeitung

21. März 2015 – Das Gesundheitswesen steht vor gewaltigen Herausforderungen. (…) Während die Kosten zunehmen, lässt sich die Leistung kaum steigern. So wie ein Violinist nicht immer effektiver geigen kann, kann ein Arzt nicht noch rascher heilen, eine Krankenschwester ihre Patienten nicht noch schneller pflegen, es sei denn, sie würde an Qualität oder Menschlichkeit sparen. Dass aber beide unabdingbar für das Krankenhaus sind, stand für alle Experten außer Frage, als sie auf dem Gesundheitsforum der Süddeutschen Zeitung und der Katholischen Akademie in Bayern diskutierten. (…)
Bezeichnenderweise beginnt der Sozialethiker Clemens Sedmak seine Beschreibung damit, wie die Klinik nicht sein sollte: „nicht toxisch“, nennt er als wichtiges Kriterium und meint damit eine Einrichtung, in der Stress vermieden wird. Wer einen hilflosen Patienten mit dem Gesicht zur Wand abstellt, ohne dass dieser eine Ahnung hat, was als Nächstes mit ihm passiert, setzt ihn unnötigen Belastungen aus. (…)
Patienten muss ehrlich gesagt werden, dass sie möglicherweise auch Einschränkungen ihrer Gesundheit hinnehmen müssen, sagt Sedmak. Dass sie manchmal ihre Lebensziele neu justieren müssen, um mit ihrer Krankheit umgehen zu können. Diese Ehrlichkeit trägt letztlich dazu bei, dass das wichtigste Gut des Gesundheitswesens erhalten bleibt: Vertrauen zwischen den Kranken und denen, die ihnen helfen wollen. Berit Uhlmann

 

zurück