Presseschau

30. Juni 2015

Franz Josef Strauß

KNA

30. Juni 2015 – Er war ein genialer Rhetoriker mit intellektueller Prägnanz. Selbst seine Gegner erkannten diese Fähigkeiten an. Doch da war die scharfe Polemik dieses CSU-Urgesteins, das polarisierte und starken Gegenwind entfachte. Die Rede ist von Franz Josef Strauß (1915 bis 1988). 100 Jahre alt wäre er am 6. September geworden. Anlass für die Hanns-Seidel-Stiftung und die Katholische Akademie in Bayern sich in München erstmals gemeinsam diesem christlich-sozialen Politiker zu nähern, um sein „geistiges Profil“ auszuloten. (…)
Theo Waigel, den Strauß als jungen Nachwuchspolitiker 1973 zum Vorsitzenden der Gundsatzkommission der Partei machte, sagt: „Wir hatten Distanz und Nähe.“ Wer mit ihm stritt, habe sich warm anziehen und seine Argumente überlegen müssen. (…) Und wie hielt es Strauß mit der Religion? Ein überzeugter, aber liberaler Katholik sei er gewesen, sagt Waigel. Großen Respekt habe er vor den Päpsten gehabt. Johannes Paul II. begrüßte er als Ministerpräsident 1980 sogar in München. Als Waigel fünf Jahre später zu Gast im Vatikan war, wollte der polnische Papst wissen: „Wie geht es Strauß?“ – „Er kämpft“, erwiderte Waigel. Darauf Johannes Paul II.: „Er kämpft immer.“ Barbara Just

Bayerische Staatszeitung

03. Juli 2015 – Am 6. September wäre der frühere Ministerpräsident, CSU-Vorsitzende, Bundesverteidigungs- und Finanzminister 100 Jahre alt geworden. Und seine Partei überschlägt sich mit Liebesbekundungen. Es gibt Strauß-Briefmarken, Kaffeetassen und Anstecknadeln. Daneben Aufkleber mit Konterfei der CSU-Ikone. Außerdem eine Facebook-Seite, Seminare, Vortragsreihen und Podiumsgespräche über die Großtaten des FJS.
Diese Woche kamen bei seiner gut besuchten Gemeinschaftsveranstaltung der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung und der Katholischen Akademie Ex-Kultusminister Hans Maier, der CSU-Ehrenvorsitzende Theo Waigel und Strauß-Biograf Horst Möller zusammen – lauter CSU-Leute respektive FJS-Fans. Zur zuckrigen Gebetskunde geriet die Plauderei unter Leitung von Florian Schuller, Direktor der Katholischen Akademie, trotzdem nicht. (…)
„Was die Leute in Krisenzeiten erwarten von einem Politiker, nämlich Selbstbeherrschung, Ruhe und Stetigkeit“, referierte Maier kühl, „das hatte Strauß nicht.“ Theo Waigel drückte sich etwas verhaltener aus. Ja, Strauß konnte poltern, so Waigel. Doch habe er durchaus auch Fehler zugeben können. Waltraud Taschner

Würzburger Katholisches Sonntagsblatt

30.08.2015 – Dass der Name Strauß in Bayern immer noch zieht, zeigte sich beim Akademieabend in der Landeshauptstadt. Trotz sommerlicher Temperaturen begaben sich rund 500 Personen auf eine Zeitreise, zurück in die politischen Auseinandersetzungen der alten Bundesrepublik. Mit dabei Strauß-Biograph Horst Möller. (…) Zu den Stärken von Strauß habe gezählt, sich in kurzer Zeit in eine fremde Materie einarbeiten zu können, sagt Möller. (…)
Theo Waigel, 1973 ein junger Nachwuchspolitiker, wurde damals von Strauß zum Vorsitzenden der Grundsatzkommision der Partei befördert. „Wir hatten Distanz und Nähe“, formuliert Waigel, später Bundesfinanzminister. (…) In Sachen „C“ sind sich Historiker Möller und die Weggefährten einig: Es sei mit das Verdienst von Franz Josef Strauß gewesen, dass mit der CSU in Bayern nach dem Zweiten Weltkrieg erstmals eine überkonfessionelle christliche Partei gegründet wurde. Barbara Just

zurück