Presseschau

13. November 2012

Ernst-Wolfgang Böckenförde und Robert Spaemann. Ein Gespräch

Akademiedirektor Dr. Florian Schuller (Mi.) moderierte das Gespräch zwischen Professor Ernst-Wolfgang Böckenförde (li.) und Professor Robert Spaemann.
Akademiedirektor Dr. Florian Schuller (Mi.) moderierte das Gespräch zwischen Professor Ernst-Wolfgang Böckenförde (li.) und Professor Robert Spaemann.

Katholische Nachrichtenagentur
14. November 2012 – Unterschiedliche Ansichten müssen einer Freundschaft keinen Schaden zufügen. Hauptsache es stimmt das Grundeinverständnis, sind der einstige Bundesverfassungsrichter Ernst-Wolfgang Böckenförde (82) und der Religionsphilosoph Robert Spaemann (85) überzeugt. Das bewiesen die alten Herren auch am Dienstagabend in München. Die Katholische Akademie in Bayern hatte zu einem „Gespräch unter Freunden“ geladen. Dabei wurde deutlich, man schätzt einander seit Studienzeiten, teilt Überzeugungen, respektiert aber auch gegensätzliche Meinungen, ohne dem anderen das Katholischsein abzusprechen. Barbara Just

Die Tagespost
17. November 2012 – Gut und Böse, Wahrheit und Gerechtigkeit – zwei katholische Denker, der Rechtsphilosoph und Richter am Bundesverfassungsgericht Ernst-Wolfgang Böckenförde und der Philosoph Robert Spaemann hatten am Dienstag in der Katholischen Akademie in München ergiebigen Stoff für ein freundschaftliches Gespräch. (…)
Nachdem man den Anteil dieser beiden katholischen Denker am Aufbau und Erhalt unseres Gemeinwesens, seiner christlichen Grundlagen und der Stellung der Kirche in der Moderne erfahren konnte, blieb nur die beklommene Ahnung zurück, dass wohl niemand da ist, der einmal ebenbürtig an ihre Stelle treten kann. Michael Karger

 

Konradsblatt

18. November 2012 – Es gibt Personenkonstellationen, die geeignet sind, die Zeitläufte ganz besonders zu verdeutlichen. Die Katholische Akademie in Bayern hat offenbar eine glückliche Hand im Umgang mit Anlässen solcher Art.

Mit dem viel zitierten Zusammentreffen des Philosophen Jürgen Habermas und des damaligen Präfekten der vatikanischen Glaubenskongregation und heutigem Papst, Kardinal Joseph Ratzinger, schrieb die Münchner Akademie vor Jahren Theologie- und Philosophiegeschichte.

Auch wenn die Akademie diese Höhen nun nicht erreichte – interessant und erwähnenswert war es trotzdem, als sich vor wenigen Tagen in der Münchner Mandlstraße in der Nähe des Englischen Gartens der Staatsrechtler und frühere Richter beim Bundesverfassungsgericht Ernst-Wolfgang Böckenförde (82) und der Philosoph Robert Spaemann (85) zum Gespräch trafen. Klaus Nientiedt

 

Münchner Kirchenzeitung

25. November 2012 – Die Erfahrungen der NS-Zeit waren ausschlaggebend für das Handeln der zwei Männer. Böckenförde arbeitete als Jurist mit an einem neuen, demokratischen Staat, Spaemann blieb zeitlebens der nachdenkliche und alles reflektierende Geist, den stets – wie er selbst sagt – „ein Misstrauen gegen Mehrheit“ begleitet. So trat er etwa von Anfang an argumentativ gegen einen Verbleib der katholischen Kirche in der staatlichen Schwangerschaftskonfliktberatung ein. Eine kirchliche Stelle kann seiner Ansicht nach nicht ergebnisoffen beraten. (…)

Das Thema ist auch zwischen beiden Freunden heikel. Böckenförde änderte seine ursprünglich ablehnende Haltung zum Verbleib im Verlauf der damaligen Debatte. Als der bis heute nicht kirchlich anerkannte Verein Donum Vitae gegründet wurde, war er schließlich mit dabei.

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