Presseschau

08. Februar 2012

Erlösung durch den Opfertod Jesu?

Die beiden Diskutanten des Abends, Professor Jan-Heiner Tück (li.) und Professor Magnus Striet, sitzen vor Beginn der Veranstaltung noch zusammen im Vortragssaal der Akademie. Einander zugewandt unterhalten sie sich.

Katholische Nachrichtenagentur

13. März 2012 – Öffentlich verschmäht, gepeinigt und grausam gekreuzigt: Der blutige Tod Jesu ist in der heutigen Gesellschaft nicht denkbar, zumindest nicht in Deutschland. Todesstrafe und Folter sind verboten. Vor diesem Hintergrund verstehen viele Christen die Botschaft der Kreuzigung nicht mehr. (…)

Mit einem Streitgespräch zwischen den Theologen Magnus Striet und Jan-Heiner Tück hat die Katholsiche Akademie in München versucht, diese Fragen zu beantworten. Der Wiener Professor Tück hält an der Vorstellung des Opfertodes Jesu fest. Doch er gestand, dass dies tatsächlich eine „Zumutung“ für alle Gläubigen sei. (…)

Der Freiburger Theologe Streit warb hingegen für radikale Neuansätze in der Interpretation des Passionsgeschehens. „Wenn überhaupt“, dann könne er dem Foltertod Jesu „nur einen mittelbaren Sinn“ entnehmen, sagte er. (…) „Wenn man so will, sühnt Gott sein riskantes Schöpfungswerk“, erklärte der Professor. Denn mit der Freiheit habe Gott auch die Sünde ermöglicht. Ronja von Wurmb-Seibel

 

Die Tagespost

14. Februar 2012 – Eisiger Kälte strotzend haben sich am Mittwoch mehr als dreihundert Interessierte nach Schwabing zur Katholischen Akademie aufgemacht, um den Disput zweier Theologen über die Erlösungslehre anzuhören.

Bereits zu Beginn seiner Stellungnahme überraschte Striet mit der Aussage, dass er „die Kreuzigung ablehne“. Damit wollte er nicht nur sagen, dass Leiden immer gegen unsere Natur ist, sondern er leugnete die Heilsbedeutung des Kreuzestodes Jesu als stellvertretenden Sühnetod und verneinte damit die zentrale Glaubenswahrheit der Kirche. (…)

Demgegenüber verwies Tück darauf, dass der Glaubenssatz vom Erlösungstod Jesu vielfach in der Schrift, der Tradition und der Liturgie der Kirche bezeugt werde. Auf die Deutung des Kreuzestodes als Opfer, das der Vater vom Sohn gefordert habe, um sich versöhnen zu lassen, antwortete Tück mit dem Hinweis, dass Jesus in freier Entsprechung zum Willen des Vaters sein Leben freiwillig hingegeben habe.

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