Presseschau

13. März 2012

„Entweltlichung“ – Denkanstöße für die Kirche

Drei Männer stehen im Vortragssaal und diskutieren: Prof. Dr. Thomas Söding, Dr. Albert Schmid, Vorsitzender des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, und Kardinal Friedrich Wetter, ehem. Erzbischof von München und Freising (v.l.n.r.).

Katholische Nachrichtenagentur

14. März 2012 – Mit seiner Freiburger Rede hat Benedikt XVI. Im vergangenen September den deutschen Katholiken eine Aufgabe für die Zukunft hinterlassen. Seither wird im Klerus und unter den Laien gerätselt, was der Papst meinte, als er der Kirche zur „Entweltlichung“ riet. In der Katholischen Akademie in Bayern machten sich am Dienstagabend in München drei Theologen ans Werk, das Rätsel zu entschlüsseln. Mit einer allgemeinverständlichen Gebrauchsanweisung konnten sie aber auch nicht aufwarten. (…)

Nicht Weltflucht sei gemeint, wenn der Papst von Entweltlichung spreche, erläuterte Ursula Nothelle-Wildfeuer. (…) Zurecht beklage Benedikt XVI., dass vieles in der Kirche heute zu sehr von der „Mentalität des Machers“ geprägt sei. Das feste Vertrauen auf Gott werde weniger spürbar. Barbara Just

 

Kathpress

14. März 2012 – Nach Ansicht des Bochumer Neutestamentler Thomas Söding hat Benedikt XVI. in seiner Forderung nach Entweltlichung der deutschen Kirche „keine weltfremde Kirche gefordert“. Vielmehr sei für den deutschen Papst die Fähigkeit, sich zu distanzieren, eine Voraussetzung für die Fähigkeit sich zu engagieren. Söding äußerte sich am Dienstagabend in der Katholischen Akademie Bayern in München (…).

 

Die Tagespost

22. März 2012 – Die Katholische Akademie hat sich kürzlich mit der Konzerthausrede befasst, die Papst Benedikt XVI. Am 25. September, dem letzten Tag seiner Deutschlandreise, in Freiburg gehalten hatte. (…)

Dass eine verweltlichte Kirche überflüssig wäre, hielt Söding für selbstverständlich. Als schwieriger zu beantworten sah er die Frage nach der Konkretion in der Gegenwart an und beließ es dann auch bei der bloßen Fragestellung: „Wo ist die deutsche Kirche verweltlicht?“ (…)

Alle drei Referenten stimmten aber darin überein, dass der Papst mit seiner Rede von der Entweltlichung zutreffend auf die Krise der Kirche in der Gegenwart geantwortet hat. Michael Karger

 

Münchner Kirchenzeitung

25. März 2012 – Einen Schritt weiter ging der Dortmunder Professor für systehmatische Theologie, Thomas Ruster. Für ihn stehen seit Freiburg einige Aussagen aus der Pastoralkonstitution „Gaudium et Spes“ des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 bis 1965) zur Revision an. Diese habe durch den Begriff der „Autonomie der Sachbereiche“ gesellschaftlichen Teilsystemen „ihre eigene Wahrheit, ihre eigene Gutheit sowie ihre Eigengesetzlichkeit“ zuerkannt. Damit stünde aber keine Instanz mehr über diesen Bereichen, schlussfolgerte Ruster.

Der Theologe warf der Kirche vor, nicht mehr in andere Systeme durchzudringen. Deshalb fehle auch ihre Stimme in der Wirtschafts und Finanzkrise.

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