Presseschau

01. April 2010

Der Gregorianische Choral

Die Tagespost
Rhythmus, das am stärksten körperliche Element des Singens, entscheidet wesentlich über persönliche Anteilnahme: Die äqualistische Lesart des 19. Jahrhunderts, sprich das gleichförmige Rezitieren der einzelnen Töne mit standardisierten Atempausen, hängt auch daran, dass man die älteren Neumen, graphische Symbole zur Notation der melodischen Gestalt, nicht mehr lesen konnte und daher vor allem auf die schon optisch neutralisierende und monumentalisierende Quadratnotation angewiesen war, wie sie auch heute noch gültig ist. Die Gregorianische Semiologie seit den 50er Jahren geht dagegen bewusst auf die Neumen zurück.
Michael Stallknecht

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