Presseschau

27. März 2017

Das Wiederaufleben des Pragmatismus

KNA

22. März 2017 – Jürgen Habermas, der große deutsche Philosoph, der im Juni 88 Jahre alt wird, gab am Dienstagabend in München wieder eines seiner seltenen Gastspiele und beehrte die Katholische Akademie in Bayern. 2004 hatte hier vor handverlesenem Publikum das legendäre Zwiegespräch mit dem damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, Joseph Ratzinger, stattgefunden. Dieses Mal ging es nicht um die „Dialektik der Säkularisierung“, sondern um das „Wiederaufleben des Pragmatismus“. Für die schwere philosophische Kost war eigens Richard Bernstein von der New School for Social Research aus New York gekommen. Der 84-Jährige gilt als wegweisender Vertreter dieser vor allem im angelsächsischen Raum vorherrschenden Denkrichtung. (…) Von der Zunahme der transatlantischen Spannungen und dem Auftrieb rechter Strömungen zeigte sich Bernstein nicht deprimiert. Seine Lebenserfahrung zeige ihm, Dinge könnten sich wieder ändern: "Das ist nicht Optimismus, sondern eine Sache des Realismus." Aufgewachsen in der Eisenhower-Zeit hätte niemand geglaubt, dass danach in den USA die Bürgerrechts-Bewegung folge. Da wollte Habermas nicht nachstehen. Die Philosophie wisse nicht auf alles eine Antwort, sagte er. Wichtig aber sei: „Nicht aufgeben, auch wenn die Situation aussichtslos erscheinen mag.“ Barbara Just

Die Tagespost
25. März 2017 – Dass der lange vernachlässigte Pragmatismus bereits seit 20 Jahren wieder im Aufschwung ist, diese Auffassung hat der amerikanische Philosoph Professor Richard Bernstein von der New School für Social Research in New York vertreten, als er am Dienstagabend in der Katholischen Akademie in München den Vortrag „Das Wideraufleben des Pragmatismus“ hielt. (…) Für Bernstein, aber auch für den Philosophen Jürgen Habermas im anschließenden Gespräch stand besonders auch der Zusammenhang zwischen Pragmatismus und Demokratie im Vordergrund, (…) Echte Pragmatisten sind auch Demokraten und umgekehrt; beide gehören unzertrennlich zusammen, war die Botschaft des Abends in München. Alexander Riebel
 

Publik Forum

Nr. 09/2017 – „Es gibt die Versuchung, zynisch zu werden, pessimistisch, seinen eigenen privaten Vergnügungen nachzugehen und den öffentlichen Raum zu vergessen“, sagte Richard Bernstein, US-amerikanischer Vertretet des philosophischen Pragmatismus im März in der Katholischen Akademie München bei einem Gespräch mit seinem Freund Jürgen Habermas. Doch er wolle dazu ermutigen, neue Wege für eine Gesellschaft zu suchen, die von Anstand und Gerechtigkeit geprägt ist, und menschliche Not zu lindern. Anne Strotmann

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