Presseschau

10. Dezember 2012

Christen in Syrien

Ludwig Schick, Erzbischof von Bamberg und Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, bei der Veranstaltung
Ludwig Schick, Erzbischof von Bamberg und Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz

Katholische Nachrichtenagentur

12. Dezember 2012 – Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat angesichts des Bürgerkriegs in Syrien die Christen aufgerufen, „Lobbyisten“ für Gerechtigkeit und Frieden zu sein. Jeder könne etwas dafür tun, sagte Schick am Montagabend in München. (…) Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz äußerte sich auf einer Tagung der Katholischen Akademie in Bayern zum Thema „Christen in Syrien“.

Christen müssten auch künftig in Syrien leben können, betonte der Erzbischof. (…) Der syrische Theologe Waseem Haddad sagte, bisher würden Christen nicht dezidiert in seiner Heimat verfolgt. Ihre Zukunft hänge letztlich von jener des syrischen Volkes insgesamt ab. Sie seien ein Teil und lebten nicht auf einer isolierten Insel. baj

 

Die Tagespost

15. Dezember 2012 – „Die Zukunftsaussichten der Christen in Syrien bewegen sich zwischen einer säkular-politischen und einer möglichen islamischen Diktatur“, resümierte am Montag der ägyptische Jesuitenpater Samir Khalil Samir (…) in der Katholischen Akademie in München. (…)

Der syrische Religionswissenschaftler Waseem Haddad, der in Wien lebt und arbeitet, betonte, dass Christen an der Basis, gerade Intellektuelle unter ihnen, selbstverständlich einen Wechsel nach mehr als vier Jahrzenten Diktatur wünschten und für Demokratie und Freiheit einstünden. (…)

„Die säkular-politische Diktatur betrachten die Christen als kleineres Übel“, betonte der Jesuit Samir, Professor im benachbarten Libanon für christlich-arabische Literatur. (…)

Nicht nur Christen, sondern auch Schiiten verschiedener Ausrichtung seien durch sunnitische Islamisten gefährdet. „Sie gelten als Menschen ohne Prinzipien“, sagte der vatikanische Nahost-Beauftragte. Michaela Koller


Münchner Kirchenzeitung

23.12.2012 - Der aus Ägypten stammende Jesuit und Orientalist Pater Samir Khalil Samir sagte, der Libanon könne ein gutes Modell für einen künftigen syrischen Staat sein. Dort schätzten Muslime und Christen einander. Wenn etwa eine kirchliche Hochschule gebaut werde, müsse gleichzeitig auch den Muslimen eine gewährt werden. Im Parlament säßen ebenfalls zur Hälfte Christen und Muslime. Zugleich monierte er, dass Syrien von außen keine Hilfe bekomme wie dies bei Libyen durch Europa der Fall gewesen sei. baj

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