Presseschau

16. September 2016

Ausstellung Martin Gensbaur

Augsburger Allgemeine

22. September 2016 – "Warum bleibt mir die Tankstelle, als wäre sie von Michelangelo?" Der Titel der Ausstellung des Dießener Künstlers Martin Gensbaur in der Katholischen Akademie in München zitiert eine Zeile aus einem Gedicht Martin Walsers. Ganz klassisch in Öl malt Gensbaur Alltagsmotive aus der Toskana-Stadt Follonica, die eigentlich überhaupt nicht malerisch anmuten. Nämlich Tankstellen und sonstige schmucklose Zweckbauten. Die augenfällige inhaltliche Banalität steht im Kontrast zur hochwertigen künstlerischen Darstellung und provoziert eine andere, aufmerksamere Wahrnehmung als die gewohnt beiläufige. AZ

Ammersee Kurier

September 2016 – In der Monaten September bis Anfang Dezember dieses Jahres werden Bilder von italienischen Tankstellen und Peitschenlampen Einzug in die Räume der katholischen Akademie in Bayern halten. (…) Jeder kommt täglich an solchen Orten vorbei, nicht nur in Italien. Die augenfällige inhaltliche Banalität der Bildgegenstände steht im Kontrast zu dem klassischen Bildmedium der Ölmalerei. Vielleicht ist das der Grund, warum die Arbeiten des Dießener Malers Martin Gensbaur, der sich seit Jahren mit der Thematik befasst, den Betrachter irritieren. Der Titel der Ausstellung zitiert eine Zeile aus einem Gedicht Martin Walsers. Der Schriftsteller fragt darin, woher sein „Heimweh“ nach Amerika kommt. Er spricht von einer „sich überschätzenden Bildungskultur“ in Europa und schließt mit den Worten: „Könnte mein Heimweh nach Amerika ein Heimweh sein nach der Zukunft?“ Über vier Jahrzehnte, nachdem Walser das formulierte, erinnert ausgerechnet die Heimat Michelangelos nicht selten an Amerika. Die Gemälde zeigen moderne „Nichtorte“, leere Plätze, Verkehrsinseln in der Mittagshitze und vor allem Tankstellen. Nichts Besonderes, sollte man meinen. Und doch könnten manche der vor Ort entstandenen Ölbilder aus dem italienischen Alltag von heute nicht nur dem Maler selbst im Gedächtnis bleiben, als wären sie von Michelangelo. (…) 2017 erscheint im Münchner Kunstverlag scaneg die vierte Ausgabe zum Titel „Warum bleibt mir die Tankstelle, als wäre sie von Michelangelo?“, mit Malerei von Martin Gensbaur im Dialog mit Arbeiten des Münchner Fotokünstlers Elmar Haardt und ausgewählten Bildern aus dem archivio storico di Eni/Roma: ISBN 978-3-89235-244-0. pm

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