Presseschau

05. September 2012

Aufbruch ohne/mit Orden?

Augsburger Allgemeine

8. September 2012 – Hat das „gottgeweihte Leben“ noch eine Zukunft? Neben schmerzlicher Bestandsaufnahme zeigte eine Tagung der Katholischen Akademie in Bayern und der Bayerischen Benediktinerakademie im Haus St. Ulrich auch positive Perspektiven auf.

In einer städtischen Gesellschaft verortete Abt Theodor Hausmann von St. Stephan die Mönche. Sehen und gesehen werden gelte hier, man inszeniere sich, lehne sich weit aus dem Fenster, aber wo findet man einen Halt? Die Klöster sind für Abt Theodor eine „verborgene und unverfügbare Kraftquelle“.(…)

Ein neues, dem Geist der Postmoderne antwortendes Selbstverständnis für Mönche und Nonnen formulierte in intellektueller Schärfe der Grazer Pastoraltheologe Prof. Rainer Bucher. Als religiöse Elite können sich Ordensleute nur behaupten, wenn ihre Option für Armut, Keuschheit und Gehorsam im Kirchenvolk als kreativer Kontrast und solidarische Hilfe (…) verstanden werde – und nicht als persönliches Heldentum. Alois Knoller


Münchner Kirchenzeitung

7. Oktober 2012 – „Aufbruch ohne/mit Orden? Ordensgemeinschaften innerhalb einer Kirche im Wandel“ – unter diesem provokant anmutenden Motto fand eine Tagung der Katholischen Akademie Bayern im Ausburger Haus St. Ulrich statt. Menschen in Ordensgewändern dominierten das Bild. (…) Wer jedoch daraus schloss, dass es sich hier um ein Treffen handelte, bei dem seit Jahrhunderten fest geklopfte Lebensformen und nicht verrückbare Konzepte für klösterliche Gemeinschaften hochgehalten werden sollten, wurde positiv überrascht. (…)

Sehr klare Worte für die Krise der Orden fand (…) Pater Cornelius Bohl, Provinzialminister der Deutschen Franziskanerprovinz, in seinem Vortrag (…): „Das Klostersterben heute ist demjenigen während der Säkularisation vergleichbar.“ (…) Pater Cornelius sieht die Schließung von Einrichtungen aber auch als Chance, an neuen Orten neu zu beginnen: „Das ‚neu werden’ ist eine lebenslange Aufgabe.“ Petra Altmann


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