Presseschau

10. Dezember 2015

Afrika

Donaukurier

05./06. Dezember 2015 – Rupert Neudeck ist ein Freund klarer Worte. Kampferprobt in Jahrzehnten der Flüchtlingshilfe nimmt der streitbare Menschenrechtsaktivist auch bei einer Tagung von Katholischer Akademie und Missio in München zum Thema Flucht in, durch und aus Afrika kein Blatt vor den Mund: „Wir Europäer unternehmen Riesenanstrengungen, um den Flüchtlingen zu helfen, und die afrikanischen Regierungen nehmen das gar nicht wahr. Dabei ist es ihre Jugend, die das Land verlässt.“ (…) Im Gespräch mit unserer Zeitung erläutert Neudeck dann auch seine Sicht auf die Flüchtlingsproblematik. (…)
Was können die reichen Staaten angesichts der Krise tun? Und halten Sie eine Quotenregelung für sinnvoll?
Die Quotenregelung kann man für sinnvoll halten, aber es wird sie nicht geben. Die größte Sorge, die wir alle haben, ist, dass Europa zusammenbricht. Es ist ja schon fast eine Wut in uns Bürgern entstanden, wenn wir hören, dass die Slowakei etwa vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof dagegen klagt, dass sie 800 Flüchtlinge aufnehmen soll. Da weiß ich dann nicht, was so ein Staat in Europa, in dem Europa, in dem ich gerne lebe, zu suchen hat. (…)
Und Afrika?
Das Problem mit den Flüchtlingen in Afrika zu lösen ist noch schwieriger, weil wir uns zuvor darum nie gekümmert haben. Afrika schickt Millionen von jungen Leuten, die hier unterkommen sollen. Das sind meistens keine Verfolgten. Wahrscheinlich sind es die Besten der Besten in Afrika, die hier eine Ausbildung haben wollen. Wir müssten also in Ausbildung investieren und zwar in den Ländern, in denen die Menschen jetzt sind. Bevor sie den mörderischen Versuch machen, über das Mittelmeer zu kommen. Angela Wermter

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