Presseschau

16. März 2010

Meister Eckhart

Die Tagespost

16. März 2010 – In Eckharts Denken sei das Freiheitsmotiv zentral, betonte Dietmar Mieth, Präsident der Meister-Eckhart-Gesellschaft im abschließenden Tagungsvortrag in der Katholischen Akademie. Im Mittelalter bedeutete Freiheit, ohne Eigenschaft zu sein, ohne Herrschaft und ohne Besitz. Eigenschaft meint Leibeigenschaft, ohne Hörigkeit zu leben. Trat man Ende des 13. Jahrhunderts in einen Orden ein, gelobte man Keuschheit, Armut und „ohne Eigenschaft“. (…)
Gottes Wesen sei Freiheit, so Mieth, erfahrbar in der Sprechaktbeobachtung. In der Sprache solle die Möglichkeit geschaffen werden, dass das Wort Gottes entstehe. Hier gehe es um einen Bezug zum Prolog des Johannesevangeliums: „Im Anfang war das Wort“. Die Offenbarung, das Wort und die Sprache stünden in einem engen Zusammenhang, es ginge um die Möglichkeit der Durchlässigkeit. Die Durchlässigkeit führe sodann in diejenige Gelassenheit, welche als Augenblick quer zur Zeit verlaufe. Stelle die Sprache die zeitliche Kontinuität dar, so dringe der Augenblick quer zur Zeit in diese Kontinuität ein und führe zu Selbstentäußerung in Selbstachtung. Monika Gatt

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